Adventsgeschichte


Unsere Autorin Martina Steinkühler hat uns eine reizende Adventsgeschichte gespendet. Sie trägt den Titel “Es war einmal Jesus” und wir veröffentlichen jeden Dezembertag ein Stück, bis Weihnachten.

Zum Vorlesen für die eigenen Kinder, in der Grundschule – und natürlich auch zum Selbstlesen!

Rafael führte die Engelschar vom Stall weg auf die Felder. „Und alle, auch die Kleinen“, rief er, „dürfen erscheinen – erscheinen und singen, heute, ausnahmsweise.“ Sogleich begannen die Engel aufgeregt zu wispern. Rafael hob die Hand. „Nicht gleich“, mahnte er. „Gabriel allein zuerst, dann alle.“ (mehr…)

Unsere Autorin Martina Steinkühler hat uns eine reizende Adventsgeschichte gespendet. Sie trägt den Titel “Es war einmal Jesus” und wir veröffentlichen jeden Dezembertag ein Stück, bis Weihnachten.

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Josef brachte seine Frau und das Kind zurück in den Stall. Er bettete Maria auf das Lager. Das Kind hielt er ins Licht der Sterne. „Jesus“, sagte er. „Du sollst Jesus heißen. Und Gott sei Dank, dass ich so etwas erlebe!“

Das Kind war so winzig, dass er ihm aus seinem Taschentuch eine Windel falten konnte. Er wickelte es sorgfältig und legte es in die Krippe. „Jesus“, sagte Josef, „wenn wir zu Hause sind, schnitze ich dir eine Wiege.“ Da strampelte Jesus und lachte.

„Gott“, sagte Gabi, „ist das nun Gott? Wie kann er so klein sein, so hilflos? Stell dir bloß vor, er käme in falsche Hände!“ Gabriel trat an ihre Seite. „Wir haben für die richtigen gesorgt“, meinte er zufrieden. „Wir – und das heißt genauso genommen: Gott selbst.“ Gabi verstand ihn nicht. Auf alle Fälle  beschloss sie, auf das Baby aufzupassen.

Morgen dürfen – ausnahmsweise – auch die kleinen Engel erscheinen und singen..

Weitere Geschichten von Martina Steinkühler finden Sie auf  http://www.martina-steinkuehler.de/.

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Josef fand den Stall rasch und leicht. Dass das an Rafaela und Gabi lag, die neben dem Esel gingen und ihn trieben, ahnten weder er noch seine Frau.

„Wo wart ihr?“, begrüßte die kleine Michaela die beiden. „Wehe, du petzt“, entgegnete Gabi knapp. Der Stall sah mittlerweile gemütlicher aus. Ein kleines Feuer brannte. Ein Ochse lag widerkäuend im Stroh. Josefs Esel gesellte sich müde dazu.

Maria sah sich um und sagte: „Hier ist es gut.“ Sie wandte sich an Josef. „Ich will eine kurze Weile allein sein“, sagte sie. „Richte du uns inzwischen ein Lager.“ Josef war einverstanden. Gabi nicht. „Die Geburt“, flüsterte sie aufgeregt. „Das kann sie nicht allein!“ „Ich glaube“, sagte Rafaela, „Gott wird bei ihr sein.“

Die drei Nachwuchs-Engelinnen begannen leise zu singen, ein Lied, das von Müttern und Kindern handelte und von der Freude, die sie einander schenken konnten. Das Lied wurde gestört, als auf einmal ein Schrei erklang.

Der Schrei zerriss die Nacht und stieg zum Himmel. Ein neuer, großer Stern ging auf und verkündigte bis in das ferne Morgenland: „Gott ist zur Welt gekommen.“

Im nächsten Kapitel … ist Gott sehr klein.

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Die Stadt Bethlehem hatte viele enge Gassen. Die Häuser hatten zur Gasse hin nur Türen, keine Fenster. Die Fenster waren nach hinten gerichtet, in die Innenhöfe, auf die Gärten. Ein Fremder, der durch die Gassen ging, kam sich leicht verloren vor, ausgesperrt und nicht willkommen. Die Türen waren zu.

Auf einem der flachen Dächer saß Gabi, unsichtbar, so wie es sich für Nachwuchs-Engelinnen gehörte. „Jetzt sieh dir das an!“, rief sie empört, sobald Rafaela neben ihr landete. „Josef geht von Tür zu Tür und klopft. Hast du einen Platz für mich, hast du Mitleid? – Warum zeigt er nicht auf Maria und sagt: Gott kommt euch besuchen?“

Sie wollte aufspringen und es war klar, dass sie dann etwas Dummes tun würde: Erscheinen oder verkündigen oder beides (und beides war verboten). Rafaela legte die Hand auf ihren Arm. „Vielleicht geht es auch anders“, sagte sie. „Sieh doch, da öffnet sich eine Tür!“

Josef stand vor dem letzten Haus einer Gasse. Es war ein bisschen kleiner als die anderen, aber sorgsam weiß gestrichen. Hinter ihm, auf dem Esel, saß zwischen Decken und Bündeln Maria.

Die Frau, die öffnete, war alt, gebeugt und kurzsichtig. „Was willst du?“, fragte sie. „Hast du einen Platz für uns? Hast du Mitleid?“, sagte Josef. Gabi biss sich auf die Lippen. „Die sieht ja nicht einmal …“, zischte sie. „Still!“, sagte Rafaela.

„Mitleid?“, wiederholte die alte Frau. „Und wer hat Mitleid mit mir?“ „Gott!“, rief Rafaela plötzlich. „Gott hat Mitleid mit allen Menschen! Barmherzig und gnädig ist Gott, geduldig und von großer Güte.“

Gabi schlug die Hand vor den Mund. „Das war – verkündigen“, flüsterte sie. Rafaela machte sich hastig wieder unsichtbar. „So habe ich es gelesen“, sagte sie entschuldigend. „Du liest zu viel“, bemerkte Gabi.

Bis auf Josef, Maria und die alte Frau war die Gasse menschenleer. Es waren nur drei, die die Worte der Verkündigung gehört hatten. Sie blickten auf und sahen sich suchend um. Dann aber richtete die alte Frau ihre kurzsichtigen Augen auf Maria. „Das war gut gesprochen, meine Tochter“, sagte sie.

Auf einmal wurden ihre Augen schärfer. Sie erkannte unter dem Umhang das wachsende Kind und sie sah in Marias Gesicht den Glanz der Freude und der Hoffnung. „Ich will euch helfen“, sagte sie.

„Hast du was mit ihren Augen gemacht?“, fragte Rafaela misstrauisch. Aber Gabi schüttelte den Kopf. „Deine Worte haben genügt“, meinte sie. Die beiden grinsten sich an und machten sich gegenseitig das Fingerzeichen für „Sieg“!

Dabei verpassten sie beinahe, was die alte Frau zu Josef sagte: Das Haus sei überfüllt, aber draußen, auf dem Feld, sei ein alter Stall – ein Dach für die Nacht und Frieden. Die Alte gab ihnen sogar eine Decke mit und ihr letztes frisch gebackenes Brot.

Morgen im nächsten Kapitel geschieht etwas ganz besonderes.

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Die Nacht der Nacht war so finster und kalt, wie eine Winternacht in Israel nur sein konnte. Still war sie leider nicht.

Es war zu der Zeit, als der römische Kaiser Augustus befohlen hatte, alle erwachsenen Männer seines Reiches zu zählen: Römer und Gallier, Griechen und Germanen, Briten, Kelten – und die Menschen in Israel: Galiläer, Samaritaner und Judäer. Damit sie gezählt werden konnten, mussten sie alle in ihre Heimatstädte gehen. Dort sollten sie sich in Listen eintragen lassen. Und so waren in der Nacht der Nächte viele Männer mit ihren Familien auf der Wanderschaft.

Die Städte liefen über von fremden Menschen. Sie alle suchten Unterkünfte für die Nacht, am liebsten bei Verwandten. Wo keine Verwandten waren, blieb nichts anderes übrig als von Tür zu Tür zu gehen: Hast du einen Platz für mich, hast du Mitleid?

Die Engel, die vom Himmel kamen, um in der Nacht der Nächte das Kind in der Krippe zu begrüßen, gingen dem Trubel aus dem Weg. Sie kannten den Stall, in dem die Geburt sich ereignen würde: jenseits von Bethlehem, dort, wo die Felder sich dehnten, wo nichts war außer Schafen und ein paar einsamen Hirten.

„Gut, dass Michael das nicht sieht“, bemerkte Rafael, der Reise-Engel, als der Stall in Sicht kam. Michael, der Wert auf Ordnung und Anstand legte, war im Himmel geblieben. Er sollte darauf achten, dass alles seinen Gang ging – Mond und Sterne, Sonne und Wolken. Außerdem grollte Michael, weil Gott keinen feinen Palast für seine Geburt gewählt hatte.

Der Stall war leer. Er war windschief und halb zerfallen. Man sah ihm an, dass er lange nicht mehr gebraucht worden war. Einige Ballen Stroh lagen herum und in der Mitte stand eine Krippe. „Die Krippe“, sagte Gabriel und pustete Engels-Atem hinein. Im Nu füllte sie sich mit duftendem Heu. „Wir brauchen auch Holz für ein Feuer“, fuhr er fort, „Maria und Josef werden bald hier sein.“ Er überlegte. „Und ein paar Tiere könnten nicht schaden“, fuhr er fort. „Sie sorgen für Wärme und Nähe.“

Die anderen Engel machten sich an die Arbeit. Nur Rafaela, die Nachwuchs-Engelin, sah sich suchend um. Sie vermisste ihre Freundin Gabi – und sie hatte auch eine Ahnung, wo sie sie finden würde. „Ich sehe mal, was ich machen kann“, sagte sie vage.

Im morgigen Kapitel gibt es platzbezogene  Schwierigkeiten…

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An dem Stall zog gerade eine Herde Schafe vorbei, als die Engelinnen weiter wollten. Rafaela stand still und beobachtete die Tiere, die einträchtig ihres Weges gingen. Sie folgten einem Hirtenjungen. „Gott ist mein Hirte“, sagte Rafaela. „Mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führt mich zum frischen Wasser. Er erquickt meine Seele.“ Gabi sah den Hirten auch. Sie fand, dass er nett aussah.
„Was hast du?“, fragte sie Rafaela. „Gelesen“, antwortete Rafaela. „Das ist ein Lied, das König David einst gesungen hat, als er selbst noch ein Hirtenjunge war, so wie der da.“
Gabi sah verwundert aus. „König David“, wiederholte sie, „der größte König von Israel – ein Hirtenjunge?“ Rafaelas Augen leuchteten. „Oh ja“, sagte sie, ein Hirtenjunge – hier in Bethlehem.“ Sie sah dem Jungen nach. „Er war der jüngste von Isais Söhnen. Keiner traute ihm viel zu.“ Gabi blinzelte. „Keiner außer Gott“, bemerkte sie.
Rafaela nickte. „Das ist richtig“, bekräftigte sie. Und sie verkürzten sich die Zeit der Rückreise, indem Rafaela von David erzählte, dem Hirtenjungen, der Israels größter König wurde und Gott die schönsten Lieder sang.

Zwischen diesem und dem nächsten Kapitel vergehen fast genau neun Monate. Manche Dinge dauern eben ihre Zeit.

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Ganz Jerusalem redete davon, dass der Priester Zacharias seinen Sohn Johannes genannt hatte (ganz gegen den Brauch, dem erstgeborenen Kind einen Namen aus der Familie zu geben). „Johannes“, sagten die Menschen, „keiner von Zacharias’ Vorfahren heißt Johannes! Die Krankheit hat Zacharias verwirrt.“
„Obwohl“, sagten andere. „Die Krankheit hat er ja, Gottlob, überwunden.“ Tatsächlich sprach ganz Jerusalem nicht nur von dem Namen des Kindes, sondern auch von dem Wunder, das an dem Vater geschehen war. Denn als Zacharias das Kind Johannes genannt hatte, öffnete er seinen Mund und sang. Und alle konnten ihn hören. Er war nicht länger stumm.
„Gott erbarmt sich“, sang er. „Gott wird retten. Gott besucht sein Volk. Johannes ist sein Herold. Er wird rufen in der Wüste: Macht euch bereit und wartet mit Freude. Denn Gott, der Herr, wird uns besuchen.“ Und Elisabeth, seine Frau, stimmte mit ein.“
Die beiden Engelinnen übernachteten derweil in dem Stall von Bethlehem. „Wir können nach Hause“, sagte Gabi am Morgen. „Es ist ja alles gut gegangen.“ Rafaela bedachte sie mit einem scharfen Blick. „Dass Elisabeth plötzlich schwieg …“, sagte sie langsam. Gabi lachte laut auf. „Gabriel ist mein Lehrer“, sagte sie.
„Du warst das!“ Rafaela war beeindruckt. „Und dass sie am Ende beide wieder reden konnten?“ Da hob Gabi bescheiden die Hände. „Nein, nein, nein“, sagte sie. „Das war kein Wunder. Nur Gottes Wille: dass alles wieder heile werde.“ Rafaela lächelte verträumt. „Wenn das kein Wunder ist!“, sagte sie.

Im nächsten Kapitel treffen Rafaela und Gabi auf einen singenden Hirten.

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