Immer am Montag steige ich mittags auf mein Rad, um zur nahe gelegenen Egelsbergschule zu fahren. Eine Schulstunde lang heißt es dann: vorlesen, zuhören, (Lern-)Spiele spielen, ein wenig unterhalten. Ich freue mich jedes Mal auf »meine« Leseschülerin, die ich wohl noch bis zum Ende des Schuljahres begleiten werde. Seit etwa zwei Jahren bin ich Mitglied bei »Mentor – Die Leselernhelfer Göttingen e.V.«, einem Verein, der durch individuelle Einzelförderung Kindern, die Schwierigkeiten im Umgang mit der deutschen Sprache haben, helfen will. Ich habe mich rasch entschlossen, nicht nur passives Mitglied zu sein, sondern mich aktiv als ehrenamtliche Leseförderin zu betätigen. Diesen Entschluss habe ich keine Sekunde lang bereut! Es macht unheimlich viel Spaß, mit den Kindern die Welt der Bücher zu entdecken. Da wir bewusst keine Unterrichtssituation herstellen wollen, dürfen wir Mentoren mit den Schülerinnen und Schülern das machen, was ihnen Freude bereitet. So habe ich auch selbst immer wieder dazu gelernt, denn von »Was ist was?« bis zur »Hexe Lilli«, von »Das kleine Kaninchen wird groß« bis zu »Star Wars«, reichten die Lektüren bisher. Mal lese ich vor, mal lasse ich mir vorlesen, oder wir probieren es auf der einen oder anderen Seite mit »Tandem-Lesen«. Auch Reim- oder Lesespiele sind eine gute Abwechslung! Für manche Kinder sind Bücher etwas, was zu ihrem Alltag auch zu Hause gehört, doch längst nicht für alle.  So können wir Leselernhelfer es manchmal schaffen, auch die Kinder für Bücher zu interessieren, die ihre Freizeit eher vor dem Fernseher oder PC verbringen. Und wenn man dann vielleicht gesagt bekommt: »Du, Frau Kütemeyer, ich habe an einem Tag 50 Seiten gelesen!«, macht einen das wirklich zufrieden! Selten hatte ich das Gefühl, Zeit so sinnvoll zu investieren.

»Wer lesen kann, ist klar im Vorteil!«
Wer sich für den Verein Mentor e.V. interessiert, dem sei diese Homepage empfohlen: http://www.mentor-bundesverband.de/index.php/mentor-bund.html