Und wieder
stellen wir unsere sogenannte »Montagsfrage«, bei der wir die Bedeutung von ungewöhnlichen Begriffen rund um das Thema Buch suchen. Die Montagsfrage ist auch eine Frage der Ehre, denn wer weiß die richtige Antwort ohne die Hilfe von Wikipedia?
Wir freuen uns auf eine angeregte Diskussion. Ach ja, und immer nur eine Antwort ist die richtige.
Heute wollen wir wissen:
Was versteht man unter einem getrüffelten Buch?
a) Die im Vormärz im Bürgetum gebräuchliche Bezeichnung für Bücher der unterhaltenden Literatur in Vers und Prosa.
b) Die Bezeichnung getrüffeltes Buch stammt aus dem Umfeld der Lebensreformbewegung des 19. Jahrhunderts. Eine avandgardistische Strömung innerhalb der Bewegung hatte den Versuch unternommen, die olfaktorische Wahrnehmung durch Bücher zu schulen. Die Einbände dieser, von Spöttern auch als »Rüsselbücher« und »Stinkbomben« geschmäht, wurden zu diesem Zweck mit konzentrierten Geruchsstoffen imprägniert.
c) In Frankreich bezeichnen Anhänger des aus Marseille stammenden Kult-Autors Jean-Pierre Truffeau dessen Bücher liebevoll als getrüffelte Bücher.
d) Man versteht darunter Bücher, die durch stofflich oder sachlich ergänzende Beilagen besonders ausgestattet sind.
e) Mit getrüffelten Büchern sind Kochbücher gemeint, in denen vorrangig Rezepte rund ums »Trüffeln« versammelt sind, z.B. Perlhuhn getrüffelt im Kartoffelfond oder getrüffelte Wildschweinpastete.
P.S. Die Auflösung gibt es immer freitags. Viel Spaß!
26. Januar 2012 at 14:44
Ich tippe auf d) und denke das Buch dann mit Illustrationen “getrüffelt” wird. Lecker ;-) http://www.flickr.com/photos/lieblingskoeter/1677481218/
25. Januar 2012 at 10:32
Ich tippe auch auf a), obwohl b) auch denkbar wäre… Schöne Idee diese Montagsfrage!
25. Januar 2012 at 09:39
Zu a) Hmm, nach November und vor März ist Trüffelernte, aber ging der Enthusiasmus wirklich so weit?
zu b) Das man im 19. Jahrhundert begann, in der Lebensmittelproduktion zu panschen, ist ja bekannt http://www.v-r.de/de/Hierholzer-Nahrung-nach-Norm/t/1001003599/. Warum sollte sich die Panscherei also nicht auch auf Bücher ausgedehnt haben?
zu c) Ich kenne nur einen François Truffaut und der wurde auch nicht mit “ü” geschrieben.
zu d) Kurz, knackig und trocken. Das muss die richtige Antwort sein!
zu e) Ach, ein Perlhuhn müsste man sein …
6. Februar 2012 at 08:23
Apropos François Truffaut: der feiert heute seinen 80. Geburtstag und hat ein Doodle bekommen. So heißt doch das Ding auf Google oder?
24. Januar 2012 at 13:00
Ich tippe auf a). Es klingt doch recht verunglimpfend und würde zu Vormärz und Kritik am Biedermeier passen.
24. Januar 2012 at 12:25
Mir gefällt die Antwort von Silke Hartmann auf die Frage am besten, weshalb ich mich mit ihr solidarisiere und auch auf “d” tippe…..obwohl: für die Trüffelsuche wurden auch Trüffelschweine eingesetzt, weibliche, die auf den liebreizenden Geruch reagiert haben. Daher könnte es auch eine Buchform sein für deren “Genuss” vor allem Damen angesprochen werden.
24. Januar 2012 at 12:46
Danke für die Solidarisierung. Ich fühlte mich schon fast überstimmt. Nur dieser Zusammenhang zwischen Trüffelschweinen und Damen ist mir noch nicht ganz klar geworden. Wollen Sie das noch etwas ausführen ;) ?
26. Januar 2012 at 16:00
Aber nur wenig…Trüffel sondern denselben Botenstoff ab, wie ein Eber, wenn er nicht gerne alleine ist oder eine Vermehrung plant. Ein getrüffeltes Buch würde demnach von seiner Beschaffenheit her unmissverständlich für die Damen signalisieren: “Nimm mich, kauf mich, besitz mich!”.
24. Januar 2012 at 09:58
Ich finde Antwort c ja irgendwie symphatisch, aber ich meine auch irgendwann mal gehört zu haben, dass die Antwort b “getrüffelte Bücher” beschreibt. Außerdem klingt die so ausführlich und wichtigtuerisch. ;-)
24. Januar 2012 at 13:28
Seh ich auch so :-) wer hätte sich sowas ausdenken sollen…
24. Januar 2012 at 09:10
Würde mich nicht wundern, wenn es auch “getrüffelte Kochbücher” (e) gäbe, aber ich tippe auch auf Antwort b.
23. Januar 2012 at 16:03
Ein “duftes Buch” hatte ich schon des öfteres in den Händen, aber ein duftendes????
Habe keinen blassen Schimmer (mal wieder), würde aber auf Antwort: b tippen, schließlich gibt es ja auch Duftblöcke von Prinzessin Lillifee, Diddel usw.
23. Januar 2012 at 15:46
ich schließe mich an und tippe auf b). Erinnert mich übrigens gerade an Herrn Steidl und “the drug of ink smell and paper…”.
23. Januar 2012 at 15:25
Wow, da hat sich aber wieder jemand Mühe gegeben mit den Antwortmöglichkeiten, Respekt! Ich tippe auf Antwort d – das sind auch die einzigen Bücher, die wir aus dieser Auswahl im Angebot haben. Neudeutsch könnte man diese Bücher auch als ‘getuned’ oder ‘gepimpt’ bezeichnen.
23. Januar 2012 at 13:47
Das klingt alles passend, aber ich würde auch auf Antwort b) tippen, hört sich irgendwie spannend an…
23. Januar 2012 at 12:14
Ich weiß es nicht, aber ich bekomme Hunger.
23. Januar 2012 at 11:18
Seit ich “Das Parfüm” gelesen hab kann ich das Wort “olfaktorisch” nicht mehr sehen, trotzdem gefällt mir Antwort b am besten, da ich selbst auch gerne mal an Büchern rieche, selbst wenn sie nicht “getrüffelt” sind.